Pentax K-5: Erster Eindruck

Am 5. und 6. November hatte ich beim Usertreffen des DigitalFotoNetz-Forums in Hamburg die Gelegenheit, mir einen ersten Eindruck von der Pentax K-5 zu verschaffen. Die Kamera wurde für das Treffen von Pentax D/A/CH zur Verfügung gestellt – dafür vielen Dank!

Der erste Eindruck fällt sehr ähnlich aus wie bei der K-7, da beide Modelle von außen betrachtet identisch sind und sich auch die Bedienung nur in einigen Menüpunkten unterscheidet. Neu ist in erster Linie der 16,3 Megapixel CMOS-Sensor (4928 x 3264 Pixel), der nun ISO-Empfindlichkeiten von 80 bis 51.200 ermöglicht und Full HD-Videos bis 25 Bilder/sek aufnehmen kann.

1/125sek, F8.0, +1,7 EV

In der Mittagssonne direkt positiv ist mir der gute Dynamikumfang aufgefallen. Fotos mit hartem Lichteinfall, Licht-Schatten-Wechseln und vor allem Gegenlicht-Aufnahmen sind sehr viel einfacher und besser möglich als mit der K10D, die ich selbst dabei hatte. Und dies bereits ohne die zuschaltbaren Software-Hilsmittel wie die Schattenkorrektur und die Spitzlichtkorrektur. Auch Farbwiedergabe und Belichtung überzeugen. Bei intensiven Licht-Schatten-Wechseln ist ggf. eine manuelle Korrektur nötig – erstaunlich ist aber, wie viel Potenzial zur Nachbearbeitung selbst in den JPEG-Dateien der Kamera steckt – von RAW ganz zu schweigen.

K-5 mit DA 18-135

Sehr interessant dürfte auch ein Blick auf das DA 18-135 WR sein, das als Universalzoom mit spritzwassergeschützem Gehäuse die K-5 zu einem idealen Reisebegleiter machen kann. Mit gut 700 Euro Ladenpreis ist das Objektiv allerdings auch nicht gerade billig, zumal die Lichtstärke mit F3.5-F5.6 im üblichen Bereich für Zooms dieser Art liegt. Ich habe die K-5 mit dem normalen Kit-Objektiv getestet, mit dem auch alle hier gezeigten Aufnahmen entstanden sind (DA 18-55 WR).

Der automatische Weißabgleich funktioniert zumeist hervorragend auch unter schwierigen Lichtverhältnissen, neigt bei Kunst-/Tages-Mischlicht allerdings zu einem leichten Magentastich. Farben werden insgesamt sehr gut wiedergegeben, in der Standardeinstellung gefühlt etwas kräftiger und kontrastreicher als bei der K-7. Die Wiedergabe von Hauttönen gefällt mir im direkten Vergleich bei der „alten“ K10D noch besser, insgesamt konnte ich aber kein grundlegendes Problem bei der Wiedergabe von (kräftigen) Rot-Tönen erkennen. In einigen Fällen neigt die Kamera allerdings – wie bereits K20D und K-7 – dazu, ein reines Rot leicht ins pink-violette zu verschieben.

Le Marrakech, Hamburg
Le Marrakech, Hamburg

Erwartungsgemäß nur reinen Erinnerungswert bieten Fotos, die mit ISO 51.200 aufgenommen werden. Das Motiv bleibt zwar erkennbar, wird aber durch intensives Rauschen entstellt. Dafür sind noch vor wenigen Jahren als extreme Grenzwerte geltende Einstellungen im Bereich ISO 800-3200 sehr viel besser einsetzbar. Einmal mehr bleibt aber eine kleine Enttäuschung im Vergleich zu meiner K10D: während sie bei höheren ISO-Werten von der K-5 um Längen geschlagen wird, zeigen Aufnahmen der K-5 auch bei den niedrigsten ISO-Werten (80-200) bereits ein leichtes Rauschen.

Le Marrakech, Hamburg

Das Rauschen der K-5 unterscheidet sich in seiner Erscheinung sichtbar von anderen aktuellen Pentax-Modellen. Beim ersten Anschauen auf dem Computermonitor hat es mich sehr an die Optio 450/550/555 und 750Z erinnert. Diese Kameras waren ihrerzeit wegen des Rauschens zwar sehr umstritten, haben aber ein Rauschen geliefert, das analogem Filmkorn ähnlicher sah als bei anderen Kameras. Auch in dunklen Bildbereichen und Schatten bleiben bei hohen ISO-Werten viele Details erhalten, dafür allerdings mit einem vergleichsweise „harten“ Rauschen versehen. An der K-5 lässt sich die interne Rauschkorerktur in 3 Stufen für jeden ISO-Wert getrennt (!) konfigurieren – hier wären intensive Tests nötig, um ganz klare Aussagen treffen zu können.

Die interne JPEG-Verarbeitung geht relativ rabiat zu Werke und führt an einigen Stellen zu Treppenbildung und zum Verlust von Details, die in RAW-Dateien ohne weitere Bearbeitung noch gut erhalten sind. Dies gilt insbesondere für höhere Einstellungen von Kontrast und Schärfe, wo auch für moderne Kameras gilt, dass Nachschärfen und Kontrasterhöhungen besser am PC gemacht werden sollten. Getestet mit DNG-Dateien im Adobe Photoshop Lightroom 2.7. Auch hier konnte ich keine umfangreichen Vergleichsreihen durchführen.

ISO 1600

Ein zwiespältiger Eindruck bleibt nach Ausprobieren von LiveView- und Video-Modus. Die Bedienung funktioniert einwandfrei und auch Geschwindigkeit und Genauigkeit haben sich gegenüber der K-7 spürbar positiv verbessert. Problematisch ist der Kontrast-Autofokus im LiveView-Betrieb allerdings bei schwachem Licht bzw. Kunstlicht. Im Restaurant wurde hier vielfach und reproduzierbar ein erfolgreicher Fokusvorgang bestätigt, obwohl das Motiv stark unscharf gestellt wurde. Auch das bewusste Fokussieren auf Kanten und Objekte mit hohem Kontrast führte nicht zuverlässig zu einer roten Anzeige, sondern zu oft zu einem grünen Kasten und damit dem OK für die Aufnahme.

In Hamburg

Fazit: Insgesamt bleibt ein sehr positiver Eindruck der K-5, der auch einen Anschaffungspreis von ca. 1.300 Euro (mit spritzwassergeschütztem Kit-Objektiv 18-55 WR) rechtfertigt. Der Umstieg von einer K-7 ist sicherlich mit sehr hohen Transaktionskosten verbunden – wer aber z.B. seine K10D ersetzen möchte, der sollte in jedem Fall einen genauen Blick auf die K-5 werfen. Vor allem der Dynamikumfang ist beeindruckend, so dass Unterschiede auch beim normalen Fotografieren schnell auffallen. Der Daumen geht also ganz klar hoch.

Links:
Pentax Kamera-Testberichte (u.a. Pentax K-7)
Details zur Pentax K-5 (bei pentax.de)
Diskussion zum Usertreffen Hamburg (bei digitalfotonetz.de)
Spiegelreflex-Diskussionen (bei digitalfotonetz.de)

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