Hochzeit mit Pentax K-01

Nein, weder Pentax heiratet die K-01 noch ich… Und dennoch: Ende Juni konnte ich die K-01 ausführlich auf einer Hochzeit ausprobieren und kann jetzt auch davon berichten. Im Einsatz waren parallel die Pentax K-7 und die Pentax K-01 mit wechselnden Objektiven, u.a. auch dem DA 2.8/40 XS an beiden Kameras.

PENTAX K-01 (Quelle: Pentax)
PENTAX K-01 (Quelle: Pentax)

Vorbereitung:

Akku laden, Speicherkarte einlegen, in die Tasche stecken – hier unterscheidet sich die K-01 nicht von anderen Kameras. Ein ungutes Gefühl bestand bei mir, da ich keinen Ersatzakku hatte und damit gerechnet habe, dass die Kamera nicht den ganzen Abend durchhält. Ein optischer Sucher fehlt immerhin und so ist das Display ständig gefragt.

Los geht’s…

Zu Beginn viel Licht draußen am späten Nachmittag. Für die K-01 ebenso kein Problem wie für die K-7. Weißabgleich und Farbwiedergabe sitzen auch ohne Nachbearbeitung treffsicher. Die Grundeinstellungen sind besser geeignet, um ohne Nachbearbeitung auszukommen, als bei der K-7. Farbsättigung und Kontrast sind höher eingestellt, die Schärfe stärker geregelt.

Spaß macht das 2.8/40 XS – leider nur nicht bei Gegenlicht. In allen Situationen gibt es hervorragend scharfe Fotos und eine gute Autofokus-Genauigkeit. Nur bei Gegenlicht zeigen sich unmittelbar störende Farbsäume – ein Tribut an die mit 9,2mm Tiefe extrem flache Bauweise des Objektivs. Nach Pentax-Angabe immerhin das derzeit weltweit flachste Wechselobjektiv (!).

Auffällig aber: die Autofokus- und Bildfolge-Geschwindigkeit. Hier fällt die K-01 spürbar gegenüber der K-7 ab, obwohl letztere bereits seit längerer Zeit nicht mehr verkauft wird. Die Genauigkeit der Messung mithilfe der Sensor-Kontrastmessung der K-01 ist vergleichbar; die Geschwindigkeit allerdings selbst bei guten Lichtbedingungen nicht. Gemeinsam eingesetzt ergänzen sich beide Kameras – nur die K-01 alleine hätte mich nicht glücklich gemacht auf der Hochzeit.

Und weiter…

Trauung im Innenraum: weniger Licht, weniger Kontrast. Gleiches Spiel bei der K-01 mit langsamerem Autofokus und ersten Ansätzen für Schwierigkeiten, überhaupt zu fokussieren. Kein Problem bei der K-7. Dafür bei der K-01 hervorragende Fotos hinsichtlich Detailauflösung, Rauschverhalten, Farbwiedergabe und Weißabgleich.

Spaß macht der 3,0″-Monitor der K-01. Das Sucherbild ist fast verzögerungsfrei, scharf, farbecht und aus fast jedem Blickwinkel gut zu erkennen. Dazu kommt: die Akkulaufzeit übertrifft meine Erwartungen deutlich! 353 Fotos habe ich am gesamten Abend mit der K-01 gemacht. Der Akku hat am nächsten Tag noch für 50 weitere Fotos gereicht und war immer noch im grünen Bereich. Respekt dafür. Ein Ersatzakku ist immer sinnvoll, trotzdem hält die K-7 auch mit Verwendung des optischen Suchers nicht länger.

Anschließend Foto-Shooting mit dem Brautpaar. Richtig Spaß macht hier die K-01 mit dem 2.8/40. Unkomplizierte Bedienung, ein schönes Bokeh und eine sehr gute Schärfeleistung ergänzen sich ideal. Dazu kommt die meiner Ansicht nach ideale Brennweite von 40mm. Fast alle Situationen lassen sich hiermit meistern. Aber auch mit anderen Objektiven, z.B. dem DA 4.0/16-45, leistet sich die K-01 keine Ausrutscher. Gerade bei diesem Objektiv hat die K-7 deutlich mehr Schwierigkeiten, die passende Belichtung zu finden. Bei größeren Objektiven ist die K-01 aber nicht mehr so angenehm zu halten.

Noch später…

Langsam nimmt die Dunkelheit zu. Mit steigener Dunkelheit vergrößert die K-01 ihre Vorteile durch ein um Welten besseres Rauschverhalten und eine sehr gute Detailwiedergabe auch bei hohen Iso-Werten. Gleichzeitig verstärken sich ihre Autofokus-Schwierigkeiten. So bleibt es dabei, dass K-01 und K-7 gemeinsam eine ideale Ergänzung bilden, die K-01 alleine aber zu schnell ihre Grenzen finden würde. In dunkler Party-Atmosphäre nach Mitternacht ist es schließlich mit dem Autofokus bei der K-01 vorbei. Auch die K-7 bekommt dann aber Schwierigkeiten…

Also ein externer Blitz aufgesetzt. Hier der Pentax AF360FGZ. Und schnell tritt der Wow-Effekt ein. Die K-01 leistet sich im Blitzbetrieb am gesamten Abend keinen einzigen Ausrutscher. Ausnahmslos schön belichtete und gut ausgeleuchtete Fotos mit sehr präziser Steuerung des Blitzeinsatzes. Da geht die K-7 sehr viel gröber und ungenauer zu Werke und leistet sich das ein oder andere überstrahlte Foto.

Und am nächsten Tag…?

Eine freudige Überraschung bleibt beim Überspielen der Fotos: beide Kameras haben gute Arbeit geleistet! Die K-01 begeistert mit ihrem Rauschverhalten, guter Detailwiedergabe und insgesamt tadelloser Bildqualität. Die K-7 hingegen kann in schwierigen Situationen durch höhere Geschwindigkeit und bessere Bedienbarkeit überzeugen.

An der K-01 selbst sehe ich Optimierungspotenzial, wenn sie eine echter Alternative zu einer Spiegelreflexkamera wie der K-7 oder K-5 sein soll.  Bildqualität und Funktionsumfang sind mindestens ebenbürtig oder sogar besser. Geschwindigkeit und die Bedienung aber nicht. Bei der Bedienung mag das dem ausgefallenen Design geschuldet sein, bei der Geschwindigkeit ist sicher noch etwas mehr Entwicklungsarbeit nötig. Trotzdem ist die K-01 für viele Situationen ideal geeignet und in Kombination mit dem 2.8/40 XS einzigartig klein bei gleichzeitig enorm hoher Qualität. Auch das Gewicht von 560g (betriebsbereit, ohne Objektiv) erlaubt es ohne Probleme, die Kamera immer „am Mann“ (bzw. „an der Frau“) zu haben.

Fazit

In das Objektiv könnte ich mich verlieben – in die Kamera nicht. Schade, dass es beides bisher nur im Set gibt, da das 2.8/40 XS auch an der K-7 seine Qualitäten ausspielen kann. Pentax hat ein interessantes Stück Technik entwickelt, das für viele Hobby-Fotografen hervorragend geeignet ist. Im Bereich der Hochzeitsfotografie ist die K-01 aber nur eingeschränkt einsetzbar. Der „Oho-Effekt“ durch Design und Größe ist aber immer da.

 

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