Silkypix Developer Studio 3 for PENTAX

Mit der neuen Q liefert Pentax statt der bekannten Software „Camera Utility 4“ (z.B. bei der K-5) nun das Programm „Silkypix Developer Studio 3.0 for PENTAX“ mit. Die genaue Versionsnummer, auf die sich dieser Artikel und die Screenshots beziehen, ist die 3.0.0.2, installiert von der mit der Q mitgelieferten Software-CD S-SW115. Silkypix selbst bietet bereits die Version 4.0 kostenpflichtig an, verlangt dafür aber auch 139 Euro bzw. 119 Euro als Download-Version.

Silkypix Developer Studio 3.0
Silkypix Developer Studio 3.0

Die Benutzeroberfläche ist weitgehend in Grau- und Schwarztönen gehalten und wirkt auf den ersten Blick aufgeräumt. Eingeladen werden können sowohl einzelne Dateien als auch ganze Verzeichnisse. Wird eine Datei oder ein Verzeichnis geöffnet, erzeugt das Programm im Ordner der Datei einen neuen Unterordner „SILKYPIX_DS“, in dem zu jeder Datei eine .spi-Datei gespeichert wird. Diese Dateien sind jeweils ca. 40-100 KB groß und beinhalten Entwicklungseinstellungen. Silkypix arbeitet, wie quasi jede RAW-Entwicklungs-Software, nie an den Originaldaten. Hierzu muss nach erfolgter Einstellung erst „entwickelt“ werden, entweder ein Einzelfoto oder eine Reihe von Fotos in der Stapelverarbeitung.

Silkypix Benutzeroberfläche
Silkypix Benutzeroberfläche

Das Programm macht keinen Unterschied zwischen RAW- und JPEG-Dateien. Beide Dateiformate können mit den gleichen Reglern und Einstellungen bearbeitet werden, wobei RAW-Dateien naturgemäß für viele Änderungen mehr Spielraum lassen. Erfreulich ist aber, dass es keine zwei unterschiedlichen Vorgehensweisen gibt oder viele Funktionen bei JPEG-Dateien ausgeschaltet sind.

Silkypix Benutzeroberfläche mit Verzeichnisansicht
Silkypix Benutzeroberfläche mit Verzeichnisansicht

In der Verzeichnisansicht wird deutlich, dass die Software in erster Linie eine Software zur RAW-Entwicklung ist, die um einige Funktionen ergänzt wurde. So lässt sich die Größe der Vorschaubilder ebensowenig anpassen wie weitere Einstellmöglichkeiten der Anzeige zu finden sind. Entwicklungseinstellungen lassen sich aber problemlos zwischen verschiedenen Fotos kopieren und per Tastendruck Fotos zum Löschen, Entwickeln oder Verschieben/Kopieren markieren sowie Farbmarkierungen setzen. Für den ersten Überblick und ein grobes Sortieren reichen diese Funktionen. Einen echten Bildkatalog wie Adobe Photoshop Lightroom ersetzen kann die Software aber nicht.

Optionen in der Verzeichnisansicht
Optionen in der Verzeichnisansicht

Schön sind aber die umfangreichen Sonderfunktionen, beispielsweise die Ansicht von überstrahlen oder zu dunklen Bildbereichen. Hierfür lassen sich sogar die Schwellenwerte in den Optionen individuell konfigurieren. Die Warnung springt also nicht zwangsläufig erst dann an, wenn ein Bildbereich tatsächlich rein weiß oder rein schwarz ist, sondern kann auch einen größeren Toleranzbereich umfassen.

Bildanzeige mit Warnungen
Bildanzeige mit Warnungen

Darüber hinaus sind viele Feineinstellungen vorhanden, insbesondere die Feinkorrekturen für das Objektiv: Vignettierung, Verzerrung und Chromatische Aberration). Für jede der drei Korrekturen stehen zwei Regler zur Verfügung und jede lässt sich einzeln ein- und ausschalten. Vorbildlich.

Feineinstellung Objektiv
Feineinstellung Objektiv

Ebenso umfangreich einstellen lassen sich z.B. Farbe, Weißabgleich sowie weitere Bildparameter. Im Vergleich dazu ein bisschen schade ist, dass sich Exif-Informationen zwar einblenden lassen, die Beschriftung aber nicht ins Deutsche übersetzt wurde und sich Fotos auch nicht gezielt nach bestimmten Parametern auswählen oder vergleichen lassen.

Exif-Informationen
Exif-Informationen

Auch bei der Entwicklung lassen sich noch diverse Einstellungen anwenden. Dies gilt zuerst für den Dateinamen, der auch einige Kameradaten mit aufnehmen kann (Brennweite, Blende, Zeit, ISO, Datum, Zeit). Genau so aber auch für die Bildqualität und die Bildgröße. Der Export ist komprimiert als JPEG und unkomprimiert als TIFF-Datei möglich. Die Unschärfe-Maske lässt sich beim Export individuell konfigurieren.

Entwicklungseinstellungen
Entwicklungseinstellungen

Interessant ist, dass die Software standardmäßig qualitativ bessere JPEG-Dateien herausgibt, als dies Adobe Photoshop Lightroom (Version 3.5) tut. Insbesondere die Farbwiedergabe entspricht bei der Silkypix-Software mehr der realen Farbe und die exportierten Fotos wirken natürlicher. Wenig Unterschied gibt es dafür bezüglich der Schärfe und dem Bildrauschen. Unterschiede gibt es darüber hinaus natürlich auch im Funktionsumfang. Insgesamt gesehen bietet Lightroom mehr Optionen, die Silkypix-Software hat aber in Teilbereichen (z.B. Objektivkorrekturen) die Nase vorn. Auch die Einstellungen entsprechen hier mehr denen der Kamera und erfordern weniger Umdenken, falls keine größeren Vorkenntnisse vorhanden sind.

RAW-Entwicklung mit Lightroom
RAW-Entwicklung mit Lightroom

Zum Vergleich die Entwicklung der gleichen Datei in Silkypix ohne Änderung von Einstellungen. Besser zu funktionieren scheint also nicht die RAW-Entwicklung an sich, sondern mehr der Umgang mit den Spezifika der Kamera und die Übergabe von Kameraeinstellungen an die Software.

RAW-Entwicklung mit Silkypix
RAW-Entwicklung mit Silkypix

Wer einmal selbst vergleichen möchte:

RAW-Entwicklung aus Lightroom (JPEG)

RAW-Entwicklung aus Silkypix (JPEG)

Originaldatei (DNG-Format)

Fazit

Silkypix Developer Studio 3.0 erscheint als runde Software für die RAW-Entwicklung und die Bearbeitung von Fotos aus der Q. Für ambitionierte Hobby-Fotografen fehlen  umfangreichere Funktionen zum Organisieren, Verschlagworten und Sortieren von Fotos. Hier haben Programme wie Lightroom weiterhin ihre großen Vorteile – und sind auch weiterhin ihren Preis wert. Als kostenlose Zugabe zur Kamera ist das Developer Studio aber mehr als ein reines Pflichtprogramm, damit RAW-Dateien überhaupt bearbeitet werden können. Der Funktionsumfang für die RAW-Bearbeitung ist enorm und auch für JPEG-Dateien verwendbar. Darüber hinaus überzeugt die Qualität der Entwicklung. Die Bedienung ist insgesamt einfach und durchdacht, weist aber im Detail einige kleinere Schwächen auf, beispielsweise in der Verzeichnisübersicht.

Zusammenfassend gesagt gilt: ideal für die Entwicklung einzelner RAW-Dateieon oder mehrerer RAW-Dateien in der Stapelverarbeitung. Nicht geeignet für die gesamte Organisation des privaten Fotoarchivs und die Zusammenstellung verschiedener Sammlungen z.B. für Freunde und Verwandte oder das Internet. Nicht vorgesehen sind Verknüpfungsmöglichkeiten zu sozialen Netzwerken o.Ä., was ich aber nicht als Nachteil sehen würde.

Links

Website Silkypix

Überblick Developer Studio 4 mit Download des Handbuchs

Test von Silkypix Developber Studio 3.0 (PC WELT)

Überblick RAW-Entwicklung (heise)

Testaktion PENTAX Q

2 Gedanken zu „Silkypix Developer Studio 3 for PENTAX“

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